Eve Online

Es muss ungefähr 2003 gewesen sein, als ich zu den glücklichen „Eve Online“-Beta-Testern gehören und das Spiel vorab ausprobieren durfte. Bis dahin kannte ich nur Online-Spiele im Mittelalter-Setting oder Shooter. Von der Komplexität und dem langsamen Lernfortschritten war ich zunächst erst abgeschreckt und auch überfordert. Der Entwickler, CCP Games aus Island, hat darauf aber schnell reagiert und das Spiel im Laufe des Jahre enorm – man könnte auch „gigantisch“ schreiben – weiterentwickelt und nicht nur den Einstieg, sondern vor allem auch das sogenannte „Late-Game“ immer weiter ausgebaut und Einsteigerfreundlicher gestaltet.

Caracal-Fleet: PvP-Ausflug mit der Allianz. Jedes Raumschiff ist ein menschlicher Spieler.
Caracal-Fleet: PvP-Ausflug mit der Allianz. Jedes Raumschiff ist ein menschlicher Spieler.

So kam es dann auch, dass ich 2004, nach der Beta, wieder mit Eve angefangen hatte. Wobei ich Eve nie dauerhaft gespielt hatte. Ich hatte meine aktiven Phasen, die meist immer ca. 3-9 Monate gingen und danach kamen lange Pausen. Gespielt habe ich Eve in den Jahren 2006-2015 immer wieder für einen längeren Zeitraum. Wobei ich mich, vor allem ab 2013, eigentlich nur noch dem PvP gewidmet habe. Handeln oder Erze von Asteroiden abbauen habe ich eher nebenher gemacht. Viel spannender fand ich es, PvP-Builds zu entwerfen und auszuprobieren, sowohl Solo, in kleinen Gruppen als auch mit der Corp und/oder Allianz.

Nur in Spielen wie Meridian 59 und Eve Online, wo man im Todesfall alles verliert, kam für mich auch die ultimative Spannung im PvP auf. Bis man sich daran gewöhnt hat, schoß einem jedes Mal das Adrenalin durch die Adern und der Puls raste. Kaum zu glauben, dass ein Computerspiel solche Emotionen hervorrufen kann. Mit der Zeit stumpft man aber ab und wird ein ziemlich abgebrühtes Schlitzohr. 😉

Eve war auch das erste Spiel, wo Teamspeak ein Pflichttool gewesen ist. Zumindest habe ich es in den vorherigen Spielen damals nie gebraucht, da ging alles noch über den Chat. Das war, nicht nur für mich, zunächst erst sehr ungewohnt. Aber eben auch sehr lustig, wenn man erstmal in die Corporation (Pendant zur Gilde) integriert war und man sich besser kannte. Was da alles für lustige Gespräche zustande kommen, kann man sich als jemand, der damit nichts am Hut hat, kaum vorstellen. Umso trauriger war es dann immer, wenn Spieler uns wieder verlassen mussten oder auch ich selber mal zeitweise nicht spielen konnte und dann dadurch irgendwie immer wieder den Anschluss verloren hatte.

Somit ist Eve für mich eigentlich immer nur ein Nischentitel gewesen und geblieben, den ich jedoch sehr gern mochte und daher immer wieder damit anfange bzw. weitermache. Mittlerweile ist mein dortiger Charakter Kreldon auch schon sehr weit. Es gibt nur noch sehr wenig (Groß-)Raumschiffe, die ich nicht fliegen und für’s PvP fitten kann. Auch hier war ich also nicht als Odwin unterwegs. Kreldon war mein Kampfmönch aus „Dark Age of Camelot“. Zunächst spielte ich Eve auch als Caynen, brauchte dann aber einen Zweitcharakter und dieser wurde Kreldon und später dann sogar mein Hauptcharakter. Manchmal entwickeln sich Dinge einfach unvorhersehbar. 😛

Mit Kreldon hatte ich dann auch einen eigenen Blog zu Eve Online. Das war zeitweise sehr in Mode und machten sehr viele Eve-Spieler, so dass dadurch dann auch ein unterhaltsames Netzwerk entstand und man wieder andere Spieler kennen gelernt hatte, zu denen man vorher keinen Draht gehabt hatte. Mir fehlte damals nur leider meist die Zeit, den Blog aktiv zu pflegen und so liegt er nur noch Brach als Andenken an diese Zeit herum.

Meine Zeit in Eve werde ich nie vergessen und es ist definitiv ein Spiel für meine persönliche „Hall of Fame“.